Sich in einen irischen Pub beamen

Konzert von Fragile Matt

Grafik von vier Musiker*innen, die unter einer irischen Flagge entlanggehen
Plakat: Band

Irish Folk entstand schon vor Jahrhunderten in den grünen Hügeln Irlands, als die Leute kein Netflix hatten, sondern sich mit dem Musizieren die Zeit vertrieben. Sie saßen in Tavernen, sangen über Mythen und Legenden und witzelten über die englische Nachbarschaft – alles nur mit der Stimme, denn niemand hatte Geld für Instrumente. „Sean-nós“ heißt der alte Gesang, dessen Melodien Hungersnöte, Auswanderungswellen und sogar die Erfindung des Radios überlebten. 

 

Im 18. Jahrhundert kam es zum Urknall des Irish Folk: Der Gesang wurde um die Fiddle ergänzt, und mit ihr kamen weitere Instrumente hinzu, die heute typisch sind für die ausgelassene Musik: Tin Whistles, Uilleann Pipes und Bodhrán – ein Trommelkasten, dessen Klang ein wenig an einen Metalleimer erinnert. Und wenn Fragile Matt auftritt, fühlt man sich wie zurückversetzt in diese Zeit, reist durch das Land, in dem es mehr Schafe als Menschen geben soll, und beamt sich gedanklich von Wuppertal aus in einen urigen Pub.  

 

Das liegt sicher daran, dass David Hutchinson als richtig echter Ire diese Atmosphäre nur zu gut kennt – und Geschichten mitbringt, die ein Gefühl für Irland und das Leben dort vermitteln: Erinnerungen an die Kindheit, in der David die erste Fahrt mit dem Eselskarren problemlos meisterte – weil das Tier den Weg kannte.  

 

Andrea Zielke singt dazu, spielt Gitarre und Pfeife und Mandoline und ist der Gegenpol zum ruhigen David Hutchinson:  Sie springt als Power-Floh über die Bühne, sorgt damit für die ausgelassen-lebensfrohe Stimmung, die der Irish Folk neben Melancholie und Herzschmerz eben auch kennt. Und nicht nur die Anekdoten und Instrumente sind typisch irisch: Die Band führt bei ihren Konzerten auch in die gälische Sprache ein, sodass am Ende alle gemeinsam singen können, berichtet Katja Winterberg, die nicht nur Trommel und Geige spielt, sondern auch Managerin der Band ist. 

 

Und obwohl Katja Winterberg selbst erst kurz vor Gründung der Band, die bereits seit 17 Jahren durch die Lande tourt, mit dem Musizieren angefangen hat, versorgt Fragile Matt das Publikum mit allem, was ein gutes Konzert ausmacht: Lieder, die die Zuhörer*innen zum Lachen bringen. Songs, die ihnen Tränen in die Augen treiben. Etwas zum Mitsingen, ein bisschen was zum Zuhören. Aber immer irisches Lebensgefühl. 

 

Irish Folk ist mehr als Musik – er gehört zu Irland wie die grünen Wiesen, die vielen Schafe und die Legenden und Mythen. Fragile Matt bringt Lieder und Anekdoten am Donnerstag, 26. März, ab 19.30 Uhr mit in die Färberei. Tickets (15 Euro, 8 Euro ermäßigt) gibt es im Vorverkauf bei wuppertal-live.de sowie an der Abendkasse (18 Euro und 8 Euro ermäßigt). 

Sláinte! 

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