Picknicken gegen das Patriarchat
Weltfrauen*tag
Zurzeit läuft viel in eine falsche Richtung: Ein paar wenige, meist männliche Narzissten werden immer reicher auf Kosten der Mehrheit und der Natur. „Deshalb stehen wir für radikale Veränderungen: Wir müssen das Patriarchat abschaffen – damit alle ein gleichberechtigtes, freies und gutes Leben leben können“, sagt Daniela Raimund. „Wir Frauen* haben in den vergangenen Dekaden gekämpft, um ein Stück vom Kuchen der Männer abzubekommen – jetzt wollen wir, dass alle gemeinsam einen ganz neuen Kuchen backen.“
Unbezahlte Care-Arbeit, geringere Löhne, Krieg und Gewalt, die Ausbeutung von Natur und Menschen, die Klimakatastrophe: All das betrifft Menschen auf der ganzen Welt, vor allem in ärmeren Regionen – und überall ganz besonders Frauen*. Noch immer denken wir alle in sehr patriarchalen Strukturen, noch immer sitzen sehr viel mehr Männer als Frauen* im Parlament oder in Chefsesseln. Dazu kommt aktuell sogar noch die Rolle rückwärts: Rechtsextreme und konservative Parteien sind weltweit auf dem Vormarsch, konzentrieren Kapital und Macht, werten Empathie ab und rüsten militärisch auf.
Unsere Menschheitsgeschichte wird erzählt aus rein männlicher Perspektive, monotheistische Religionen festigen die Unterdrückung von Frauen* weltweit systematisch, machen und halten sie klein: Was können wir ändern, welche Ansätze gibt es? Diesem Thema widmet sich der Film „Girls & Gods“, der am Samstag, 7. März, anlässlich des Weltfrauen*tages in der Färberei gezeigt wird (mehr Infos hier).
„Wir müssen uns dieser Strukturen bewusst werden, sie sichtbar machen, Banden bilden, Forderungen stellen und gemeinsam neue Lösungen finden“, erklärt Daniela Raimund. Dazu gehört, laut zu sagen und zu zeigen, dass es enough! – genug – ist. Am Besten auf dem globalen Frauen-Streik am 9. März. Er wird von vielen Initiativen und Einzelpersonen organisiert. Darunter @enough_2026: Frauen die sich über eine Plattform bundesweit organisieren, sowie @fem_tal als lokale Frauen*-Gruppe in Wuppertal. Wir wollen auf all die Themen, mit denen sich Frauen* noch heute herumschlagen müssen, aufmerksam machen. Vorbild ist der Streik der Isländer*innen vor 50 Jahren: Damals hatten fast alle Frauen* in Island die Arbeit niedergelegt – bezahlte und unbezahlte – und so mussten die Männer* sich um Kinder, Haushalt und alle Jobs kümmern, Vieles stand still.
Mit Erfolg: Durch ihren Streik haben die Isländer*innen einiges erreicht, noch heute geben sie ihre Erfahrungen weiter und helfen auch jetzt dabei, durch das Niederlegen der Arbeit international auf die Situation von Frauen* aufmerksam zu machen: „Wir stehen nicht zur Verfügung!“, lautet die Überschrift, unter der am 9. März gestreikt und demonstriert wird. Dieses Mal nicht am Weltfrauen*tag selbst, da der 8. März auf einen Sonntag fällt, sondern an dem Montag, um das Fehlen der Arbeitskräfte in allen Bereichen sichtbar zu machen.
Hier in Wuppertal findet das „Picknick statt Patriarchat“ am 9. März zwischen 12 und 14 Uhr auf dem Von-der-Heydt-Platz statt: Frauen* entspannen im öffentlichen Raum und stehen eben nicht zur Verfügung, während über ihnen pinke Stofffahnen an einer Wäscheleine flattern und feministische Reden erklingen. Alle sind eingeladen, mitzustreiken und auf die Fahnen zu schreiben, wovon sie definitiv genug haben: also zum Beispiel von Gewalt und Ausbeutung, sich bereichernde Narzissten, Kuchenkrümeln statt neuer Rezepte, vom Patriarchat, und der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen….
Neben den Veranstaltungen von und mit der Färberei zum Weltfrauen*tag gibt es in Wuppertal eine Reihe von Aktionen und Treffen rund um den 8. März. Hier eine Liste mit allem, was uns begegnet ist (erhoben mit großer Sorgfalt, jedoch ohne Anspruch auf Vollständigkeit).