Reste, die irgendwo hinmüssen
Ausstellung von Lucas Schäfer
Lucas Schäfer wohnt im beschaulichen Lennep. Mitten in der verschlafenen Altstadt kümmert er sich um seine Kinder, organisiert den Alltag, das Leben, das Auf und das Ab, das Gemeinsame und das Trennende. Der 39-Jährige freut sich, er ist mitgenommen, er ist ungeduldig und arbeitet daran. Aus all dem und allem dazwischen macht er Kunst: „Ich klatsch hier alles voll“, erzählt er von seinem Atelier, das in einem ehemaligen Ladenlokal untergekommen ist. „Immer passend zu dem Gefühl, das ich an dem Tag habe – es passiert ja ständig etwas, was man verarbeiten muss.“
Mit einem Job als Kita-Sozialarbeiter, mit einer Patchwork-Familie, mit großen und kleinen Kindern und Beziehungen kommt einiges zusammen, das dann bearbeitet werden muss in Gesprächen, beim Sport, im Austausch – „aber die Reste müssen ja auch irgendwo hin“.
Meistens ist dieses Irgendwo das Papier: Darauf entstehen Bilder aus Farben, die immer zu Lucas Schäfers Stimmung passen, meist mit Schriftzügen. Die Graffiti-Elemente stammen noch aus der Zeit, in der Lucas Schäfer Street Art gemacht hat – nur jetzt ohne Street. Dafür aber mit einer großen Auswahl an Bildern, denn wenn Lucas Schäfer etwas auf der Seele brennt, überträgt er diese Emotionen am besten schnell in seine Kunst. In drei bis vier Tagen entstehen dann auch drei bis vier Bilder.
Auf die Ausstellung und die Planungen für die Vernissage freut er sich sehr – vor allem, weil Lucas Schäfer an dem Abend von einem Freund unterstützt wird: Der Bielefelder Musiker Tett, der Landstreicher, wird die Eröffnung musikalisch begleiten. „Tett ist der Wahnsinn – er macht das, was ich mit Kunst mache, mit Musik.“ Was bedeutet, dass er als Singer-/Songwriter witzige, schwierige und schöne Stimmungen in seine Kunst übersetzt. Alles eben, was im Leben so passiert – in dem Durcheinander, dem Alltag, dem Lachen und Weinen.
Das greift auch der Titel der Ausstellung auf: „Alltagsemotionsbewältigungseinblicke“, die in der Ausstellung in der Färberei zu sehen und bei der Vernissage auch zu hören sind. In stimmungsvollen Bildern und Songs. Am Freitag, 20. März, um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht notwendig. Die Ausstellung kann bis zum 16. Mai während der Öffnungszeiten des Färberei-Cafés besucht werden.